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Vitamin D – der unterschätzte Wirkstoff

Die Zeiten, als Kinder zur Vorbeugung von Rachitis, der gestörten  Knochen-Mineralisation durch Vitamin-D-Mangel, Lebertran schlucken mussten, sind vorbei. Doch sind es wirklich nur Kinder und Ältere, die mit Vitamin-D-Mangel in Verbindung gebracht werden? Muss man sich nur im Alter mit Osteoporose, der gefährlichen Knochenerweichung beschäftigen?

Vitamin D ist für den Knochenaufbau unersetzlich. Es bewirkt ihre Härtung, indem es dabei hilft Calcium einzulagern. So verhindert der Stoff Verformungen und Brüche. Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen, doch im Gegensatz zu den anderen drei Vertretern dieser Gruppe, Vitamin A, E, und K, wird es nur zu einem geringen Teil über die Nahrung aufgenommen.

Durch die Sonneneinstrahlung produziert die Haut selbst Vitamin D. Deutlich mehr als 50% unseres Bedarfs werden dem Körper so zur Verfügung gestellt. Die Empfehlung über die richtige Länge des Sonnenbades schwankt , da sie von vielen Faktoren, wie z.B. Hauttyp, Jahreszeit oder dem geografischem Breitengrad, abhängen. 10 Minuten direkte Sonneneinstrahlung pro Tag auf einer Fläche von z.B. Kopf, Hals und Armen – ohne Sonnenschutzmittel – sollten es sein. Alternativ etwa 15 – 30 Minuten dreimal die Woche. Im Winter ist es notwendig das Sonnenbad zu verlängern oder zusätzlich Vitamin D einzunehmen.

Trotz der vermeintlich einfachen Bereitstellung von Vitamin D durch Sonnenlicht leiden möglicherweise mehr als eine Million Menschen weltweit unter einem relativen Mangel. Zu wenig Sonneneinstrahlung in den nord- und mitteleuropäischen Ländern und auch die zunehmende Sorge der Menschen vor den schädigenden Einflüssen der Sonnenstrahlen führen zu einer zu geringen Bereitstellung von Vitamin D.

Besonders Frauen nehmen häufig weniger als die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge auf. Grund dafür ist, dass Vitamin D in wenigen Lebensmitteln wie fettem Fisch oder Leber in bedeutenden Mengen vorkommt. Diese Lebensmittel werden nur in geringem Maße hierzulande verzehrt. Neben fettem Seefisch und Leber gelten z.B. auch Avocados als gute Quelle für Vitamin D. Kleinere Mengen stecken auch in Pilzen und Milchprodukten.

Um zu erfahren, ob unsere Knochen noch „hart“ genug sind, wenn wir zu wenig Calcium und Vitamin D zu uns genommen haben, kann man die eigene Knochendichte messen lassen. Daneben lässt sich der Vitamin D-Spiegel im Labor nach einer Blutabnahme bestimmen.

Vitamin D ist nicht nur ein Vitamin für unsere Knochen, es schützt z.B. auch vor Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Bluthochdruck und Herzinfarkt waren seltener bei Patienten zu beobachten, die ausreichend versorgt wurden

In einer interessanten Studie aus 2006 zeigte sich, dass die meist schwer verlaufenden epidemische Grippeinfektionen bei Kindern und Jugendlichen deutlich schwächer zeigten, wenn sie ausreichend mit Vitamin D versorgt wurden. Auch Autoimmunerkrankungen und Depression soll unter anderem Vitamin D entgegenwirken.

Marita Häbel

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