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Notizen aus dem Fasslager: Whisky-Blending? Well, yes of course!

„Werden sie zum Fading Hill Master-Blender“ – So steht es in der Workshop-Beschreibung. Ob ich nach dem ungefähr 6-Stündigen Whisky-Blending Kurs wirklich zu den „Meistern“ gehöre? Wir werden sehen, wie das Ergebnis schmeckt! Denn selbst wenn ich eine Vorliebe für charaktervolle Fading Hill Whiskys und ihre torfige Schottische Verwandtschaft habe: Ich bin eher Genussmensch als Fachfrau.

Mit viel Neugier mache ich mich an diesem Samstag auf den Weg zum Birkenhof, um gemeinsam mit 12 Gleichgesinnten meinen eigenen Whisky zu blenden.

Dabei fällt mir ein Artikel ein, den ich zu einem Whisky-Blending bei einer der großen schottischen Destillerien gelesen habe und beschließe, die vier Schritte, die dort als imaginärer Leitfaden vorgegeben wurden, auch auf dem Birkenhof anzuwenden:

1. Respektiere die Meister
2. Beginne mit kleinen Schritten
3. Bleibe in einer Region
4. Habe ein Ziel

Der erste Punkt ist tatsächlich eine Frage der Achtung: Für die großen Meister des Whisky- Blendings ist die Nase das wichtigste Werkzeug. Die grundlegende, intensive Schulung zu Fachbegriffen des Whisky-Brennens und dem Einsatz des Geruchssinns während des gesamten Prozesses ist dann auch ein willkommener Start in den Blending-Workshop.

Destillateurmeister Lars Baethcke und frischgebackener Destillateur Jonas Klöckner (jahresbeste deutsche Abschlussprüfung 2018) begleiten die Gruppe durch den Kurs. Wir sind bei der Abfüllung eines „Newmake“, eines frisch gebrannten Fading Hill Whiskys in ein Fass aus amerikanischer Eiche dabei. Hier dürfen wir auch direkt einmal kosten, wie der junge Brand – Whisky darf er sich erst nach mindestens 3 Jahren Reifezeit nennen – schmeckt.

BEGINNE MIT KLEINEN SCHRITTEN
Zurück im Besucherforum nehme ich diesen Leitsatz wörtlich. Mit Pipette, drei Fassproben, etwas Wasser, einigen Glasgefäßen, Stift und Papier ausgestattet, vertiefe ich mich ins Blenden. Ich habe mir drei Single Rye-Proben verschiedener Jahrgänge und Intensität ausgesucht. Einer davon aus dem Eichenfass, zwei weitere aus verschiedenen Sherry-Fässern gezogen.

Damit bleibe ich im übertragenen Sinne in der Region – oder in meinem Fall: im Getreide, im Roggen.

Das Blenden selbst ist ein für mich sehr spannender Vorgang. Geringe Änderungen im Mengenverhältnis der drei Whisky-Typen haben große Wirkung. Aromen wie Schwarzkirsche, herbe Schokolade und Bittermandel treten hervor und werden gleich darauf von hellen Holznoten und vollreifen Birnen übertönt – je nach Zusammensetzung des Blends.

Mein Ziel ist ein intensiver Single Rye mit Tiefgang, gerne mit einem Hauch Karamell und dunkler Schokolade. Nach einer ausführlichen Test-Session komme ich diesem Anspruch – unterstützt vom Destillateur-Team – auch recht nahe und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Abgefüllt in eine schicke Glasflasche und mit einem individuellen Etikett versehen kann ich „meinen Whisky“ mit nach Hause nehmen. Ein Tumbler-Glas zum richtigen Genießen gibts ebenfalls mit dazu. Perfekt!

Das Finale des Whisky-Blending Kurses bildet ein ausführliches Fading Hill Whisky-Tasting. Ein stilechter Abschluss für einen interessanten Tag mit interessanten Menschen und einem wirklich facettenreichen Produkt. Für Whisky-Interessenten sehr zu empfehlen!

Mehr Infos zum Programm-Angebot der Birkenhof-Brennerei gibt es online unter www.birkenhof-brennerei.de

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