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Mythisches Grün im Winter

Die letzten Blätter hat der Herbstwind weggefegt. Die Natur scheint zu schlafen und doch gibt es Pflanzen, denen der Winter wohl nichts anhaben kann. Unsere Vorfahren glaubten an die besonderen Kräfte immergrüner Pflanzen. Trotzten sie doch dem natürlichen Kreislauf von Werden und Vergehen.

Fichte, Tanne, Kiefer, Eibe, Buchsbaum, Stechpalme, Wacholder, Efeu und Rosmarin gehören zu den seit alters her verehrten immergrünen Pflanzen des Winters.

Bis heute holen wir uns winterliches Grün ins Haus, binden den Adventskranz aus Tanne und schmücken den grünen Christbaum. Auch im Westerwald mit seinen Tannen- und Fichtenwäldern, den Wacholderheiden und Mistelkugeln in alten Apfelbäumen, sind die mythischen Pflanzen beheimatet. Was an Lebenskraft in wintergrünen Gewächsen steckte, wurde oft auch als Heilkraft gedeutet. So glaubte man sich Gesundheit ins Haus zu holen, wenn es mit Grünem geschmückt wurde. In früheren Zeiten symbolisierte das ewige Grün nicht nur die Hoffnung auf Lebenserhalt im dunklen Winter, sondern auch Treue und Liebe.
Schon den Kelten galt die heilige Mistel als ein Symbol des Friedens. In ihrem Zeichen wurde sich versöhnt und der Friedenskuss geleistet.

Daher rührt noch heute der englische Brauch, dass zur Weihnachtszeit ein Mistelbusch über die Tür gehängt wird und junge Paare sich darunter küssen dürfen.
Auch der Ilex ist seit alters her ein beliebter Weihnachtsschmuck. Seine immergrünen stacheligen Blätter und die leuchtend roten Beeren symbolisierten das ewige Leben. Die sehr langsam wachsende aber dafür auch äußerst langlebige Eibe war zwar der Totenbaum, signalisierte im Volksglauben aber gleichzeitig ewiges Leben und Wiedergeburt.

„Vor Eiben kein Zauber kann bleiben“, so hieß es. Um das Haus gepflanzt diente sie als Schutz vor Hexen und bösen Geistern.

Hat Efeu einmal Halt gefunden, trennt er sich nur schwerlich von seinem Partner. Diesem Umstand verdankt die Pflanze ihre Symbolkraft für Treue und Unsterblichkeit. Efeu erscheint daher auch in vielen Mythen und Sagen. In der Matthiasnacht (24.2.) wurden am Abend einige Efeublätter in eine mit Wasser gefüllte Schüssel gelegt. Waren die Blätter am nächsten Tag noch trocken, galt dies als Zeichen für eine gute Gesundheit.

Für viele sind jedoch Tanne und Fichte die klassischen Symbolpflanzen für Winter und Weihnachten. Sie spenden uns wärmendes Holz für Haus und Heim und Heilkraft in ihren Harzen und jungen Trieben. Ihr Duft erfüllt den Raum und in ihnen lebt die Hoffnung auf stimmungsvolle Adventswochen und Weihnachten, aber auch darauf, dass dem Wintergrün ein neuer Frühling folgt. Unbändig, kraftvoll und schön wie im Westerwald.

Wacholderbeeren, die dunklen Früchte, die auf den ersten Blick der Heidelbeere ähneln, aber im Geschmack kaum unterschiedlicher sein könnten, sind die aromatische Grundlage für Gin. Als Gin Tonic avancierte er in Kombination mit diversen Tonic Waters, Früchten, Kräutern und Gemüsen zum Trend-Cocktail der vergangenen Jahre.
Marian Krause, Barkeeper und Inhaber von The Grid Bar, Köln, hat ihn einmal neu interpretiert, in seinem Rezept für einen White Clover Club:

WHITE CLOVER CLUB Cocktail

40ml Gentle 66 Gin (Birkenhof)
10ml Himbeerbrand (Birkenhof)
15ml trockener Vermouth
20ml Zuckersirup (2:1)
20ml frischer Zitronensaft
Eiweiß

Alle Zutaten in ein Shaker geben und shaken. Einen Dry-Shake machen (ohne Eis, so wird der Drink fluffig!). In eine gekühlte Cocktailschale abseihen. Eine Himbeere als Garnitur dazu geben.

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