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Löwenzahn – Quälgeist oder Gemüse?

©Iris Franzen – Löwenzahn ist mehr als nur ein Garten-Quälgeist
Iris Franzen ist Kräuterspezialistin (IHK) und Gärtnerin – in dieser Ausgabe präsentiert sie die leckeren Seiten von Löwenzahn, unserem Garten-Quälgeist Nr 1 vor.
Iris Franzen ©RoeMo

Iris Franzen, Kräuterexpertin (IHK)

Für die Vase eignen sich die Blumen wenig, sie duften kaum und die Blüten schließen sich, wenn ihnen die Sonne fehlt, und das Dunkelfärben der Haut bei Kontakt mit der weißlichen Flüssigkeit in den Stengeln ist nicht wirklich attraktiv. Dafür enthält der Löwenzahn jedoch vieles, das unserem Körper gut tut: Viele Mineralien wie Kalzium, Natrium und Kieselsäure, in den jungen Blättern Vitamin C und Kalium, appetitanregende und verdauungsfördernde Bitterstoffe, Cholin für Leber, Darm und Galle.

Die Blasen anregende Wirkung dieser Pflanze wird schon in alten arabischen Texten z.B. von Ibn Sina erwähnt; wussten Sie, daß der Löwenzahn in Frankreich „Pissenlit“ (Bettnässer) heisst?
Bis heute wird er für entwässernde und blutreinigende Frühjahrskuren genutzt. Verwendet werden alle Pflanzenteile, sowohl getrocknet als Tee, wie auch entsaftet für eine Frischsaftkur.

Löwenzahn in der Küche

Doch auch in unserer täglichen Küche können wir neben der wohltuenden Wirkung auf unsere Gesundheit auch von seinem Geschmack profitieren und nahezu alle Pflanzenteile zu leckeren Gerichten verarbeiten: Die zarten Blätter und Knospen sind zeitig im Jahr noch kaum bitter und sollten als Salat gegessen werden, am besten mit einem Essig-Öl-Dressing und vermischt mit anderen Zutaten wie geraspelten Äpfeln oder Möhren, die die Bitterkeit mildern. Mit warmen Kartoffeln, hartgekochten Eiern und evtl. noch kross gebratenen Speckwürfelchen vermischt, wird aus der Beilage eine Hauptspeise.

Frische Blütenknospen können Sie nach kurzem Kochen entweder in Butter gedünstet und mit Salz, Pfeffer, Petersilie und Zitrone gewürzt als Gemüse essen, oder Sie legen die Knospen mit Essig und Öl wie Kapern ein. Sehr lecker z.B. auf einem „Toast Hawai“ zwischen Ananasscheibe und Käse! Auch die Wurzeln ergeben ein schmackhaftes Gemüse, sind jedoch im Frühjahr sehr bitter. Sie sollte man besser im Herbst verwenden, da dann weniger Bitterstoffe und dafür mehr Inulin enthalten sind, was sie zu einem hervorragendem Diabetiker-Gemüse macht. Getrocknet, geröstet und gemahlen kann man die Löwenzahnwurzeln zu einem gesunden Kaffee-Ersatz verarbeiten.

Aber auch die goldgelben Blüten sollen nicht ungenutzt verblühen! Fangen Sie doch in diesem Frühjahr mal die Sonne in Gläsern ein und kochen Sie sich einen feinen Brotaufstrich, den sogenannten

Löwenzahnhonig
6 Handvoll frische Blüten
1 Bio-Zitrone
1 Bio-Orange
2 kg Zucker
2 l Wasser
In einem großen Topf Blüten und Zitrusfrüchte im kalten Wasser ansetzen und zugedeckt 2-3 Stunden ziehen lassen. Dann unter Rühren aufkochen, ca. 15 Minuten kochen und abseihen. Dabei die Pflanzenreste gut ausdrücken. Nun den Zucker einrühren und solange bei kleiner Hitze kochen, bis eine dickflüssige, honigartige Konsistenz erreicht ist. Noch heiss in Twist-Off Gläser füllen.

Tipp: Das Einkochen kann eine gute Stunde dauern. Wer es schneller haben möchte, kann auch Gelierzucker verwenden, das verkürzt die Kochdauer und man erhält ein Gelee statt Honig zum Frühstücksbrot!

 

Wanderungen und Führungen mit Iris Franzen:

30. April: Wildkräuterwanderung
21. Mai: Wildkräuterwanderung
22. Mai: Führung im Apothekergarten mit Ansatz eines Heilweins
25. Juni: Wildkräuterwanderung
26. Juni: Führung im Apothekergarten mit Ansatz eines Heilweins#
30. Juli: Wildkräuterwanderung
31 Juli: Führung im Apothekergarten mit Ansatz eines Heilweins
27. Aug.: Wildkräuterwanderung
28. Aug. Führung im Apothekergarten mit Ansatz eines Heilweins

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