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La Caccia: Auf der Jagd nach dem perfekten Klang

Der Moment vor dem Hör-Genuss

Nachhaltige Hörkultur

Der Westerwald ist das Zuhause einer wachsenden Zahl kreativer Köpfe und Künstler, die wir gerne in unserem Magazin vorstellen möchten. Den Anfang machte Malerin Carmen Benner-Batz mit hyperrealer Kunst. In dieser Ausgabe sprechen wir mit dem passionierten Musiker und ausgebildeten Bariton Johannes Effertz-Wolff über Emotion und Nachhaltigkeit in der Musik.

Der gebürtige Rheinländer Johannes Effertz-Wolff lebt seit zehn Jahren im Westerwald und ist kein Unbekannter in Sachen Kunst und Musik. Effertz hat am Mozarteum in Salzburg Gesang studiert. Seit seinem Debüt als Papageno in Mozarts Zauberflöte 1995 in Salzburg gastierte er an zahlreichen Opernhäusern in Europa. Er hat die Welt bereist und gesehen und lehrt nun an der Universität Koblenz-Landau Gesang und Musikwissenschaft.

Herr Effertz-Wolff, was hat Sie und Ihre Frau dazu bewegt, la caccia audio ins Leben zu rufen?
Vor zehn Jahren, mit dem Umzug in den Westerwald, reifte in mir die Überlegung, ein Musikzimmer einzurichten. Ich bin nach Frankfurt, Bonn, Köln und Essen gereist und war gelinde gesagt, entsetzt. Im Vorfeld hatte ich Termine mit Händlern abgesprochen. Aber als ich dort ankam, war nichts auf- gebaut, manche wussten gar nicht mehr, dass ich überhaupt kommen wollte. Und ich spürte ihren Druck, dass sie unbedingt etwas verkaufen mussten. Eine Katastrophe. Also begann ich, mich selbst zu informieren, habe gelesen, geschaut und gehört.
Was ich feststellte war, dass es nur wenige Manufakturen gibt, die die Geräte noch selbst bauen und entwickeln. Durch einen Bekannten wurde ich aufmerksam auf ganz andere Produkte außerhalb des Mainstreams, die auch immer die gleichen waren.
Ich wurde neugierig. Was mir noch auffiel, im Westerwald gibt es im Umkreis von 50 bis 60 Kilometern kein richtiges Fachgeschäft. Beratung Mangelware. Diese Lücken trieben mich an. Heutzutage gehen die Menschen zu Saturn, MediaMarkt und Co., kaufen sich dort Plastikschalen und werfen sie nach zwei Jahren auf den Müll, wenn sie defekt sind. Denn Reparieren lohnt sich nicht. Ganz im Gegensatz zu den Geräten, die ich anbiete. Die lassen sich aufschrauben und reparieren, entweder von mir oder vom Hersteller. Geräte werden nicht alt. Oder eben gerade doch. Sie bleiben am Leben.

Wofür steht la caccia audio?
La caccia steht für das Jagdhorn, das entsprechende Signal und für den Weckruf, sich wieder der Musik, dem Hören und dem entspannten Leben zuzuwenden, aber auch zur Ruhe zu kommen oder Geselligkeit beim Wein und mit Freunden zu erleben.
Caccia bezeichnet sowohl das Jagdhorn als auch das Signal selbst und ist ein Ausdruck der Lebensfreude. Wichtig sind mir die Begriffe Nachhaltigkeit und Natürlichkeit. Hörgenuss und Klangerlebnis.

Was unterscheidet Ihre Herangehensweise von anderen?
Ich sehe mich als eine Art Innenarchitekt. Dabei habe ich fundierte Kenntnisse, eher musikalischer Art, die ich durch meine Ausbildung erworben und in meinem Beruf verfeinert habe. Nicht unbedingt in erster Linie in technischer Hinsicht, wobei ich auf diesem Feld auch viel gelernt habe und tagtäglich Neues hinzukommt.
Das Hören eines Musikers ist sicher präziser, natürlicher, stärker am Original orientiert als das des Technikers, der auf Kurven und Messwerte achtet.
Ich richte mich nach den Ohren und Wünschen meiner Kunden. Eine ganz andere Herangehensweise. Zudem biete ich einen eher außergewöhnlichen Service. Denn ich fahre zum Kunden, installiere die Anlage vor Ort. Ich verstehe mich als Dienstleister am Kunden. Der Kunde mit seinen Bedürfnissen steht im Vordergrund vor Verkaufsziel und Umsatz. Aus der Perspektive des Kunden sehen und vor allem mit seinen Ohren hören. Unkonventionell, auch mal quer gedacht, nicht dem Mainstream folgend. So sehe ich mich.
Wie gesagt, ich baue grundsätzlich erst beim Kunden auf, berücksichtige seine Hörgewohnheiten, die Räumlichkeiten und sein Budget. Ich beschäftige mich mit den Menschen und frage einfach mal: „Was hören Sie für Musik?“
Die Auswahl an Anlagen und Geräten ist riesig und macht die Sache nicht einfacher. Deshalb entwickle ich mit dem Kunden zusammen welche Anlage mit ihm im wahrsten Sinne des Wortes harmoniert. Da kann man sich vorstellen, dass mein Aufwand im Vorfeld schon immens ist. Ich biete seriöse Beratung. Aufbau im Preis inbegriffen.

Können Sie sich an besondere Momente mit Ihren Kunden erinnern?
Ja. Das sind die Momente, wenn beispielsweise erwachsene Männer auf dem Sofa sitzen und vor Glück beginnen zu weinen. Unbeschreiblich. Das lässt sich kaum in Worte fassen, das ist Emotion pur. Wie auch die Musik, die der Anlage entströmt. Klar. Echt.
Einem Kunden, der nur CDs hörte, habe ich mal geraten, ein „richtiges“ Konzert in der Realität zu besuchen. Ich war erstaunt, als er meiner Idee nachkam. Noch erstaunter war ich, dass er den angekündigten Unterschied beim Hören in ganz anderer Kulisse deutlich wahrnehmen konnte.
Es sind besondere und bewegende Begegnungen und teilweise entstehen sogar Freundschaften aus einer solchen, zunächst rein geschäftlichen Verbindung. Daran sieht man, Musik verbindet. Man schwimmt auf einer Welle.
Ich mache es total gerne und freue mich über jeden Kunden, dem ich zu dem Gerät oder der Anlage verholfen habe, die zu ihm passt.

Welche Reaktionen haben Sie erlebt?
Als No Name und Unbekannter – sagen wir mal auf Musikmessen – wurde ich belächelt und vielleicht auch nicht für voll oder ernst genommen. Mittlerweile hat sich das geändert. Meine Idee, mein Konzept, das ist die Zukunft. Das wird mir mittlerweile signalisiert.

Gibt es Gelegenheit, den Klang der Geräte einmal zu hören?
Die gibt es. Die nächste Möglichkeit bietet sich am Samstag, 23. März. Dann wird es in Gehlert wieder eine Veranstaltung geben. Bei la caccia audio in der Hachenburger Straße 16. Alle Geräte werden dann unter 1.000 Euro angeboten, um auch die Jugend heranzuführen. Generationsübergreifend gedacht. Der Vater reicht seine Schallplattensammlung an den Sohn oder die Tochter weiter. So meine Idee.
Vor zwei oder drei Jahren habe ich die entsprechenden Vertriebsleute eingeladen und mit meinen Gästen zusammengebracht. Es gab Live-Musik, eine Sängerin sang zunächst mit dem Klavier, später wurde sie von der Band aus der Anlage begleitet. Eindrucksvoll. Der letzte Gast ging um zwei Uhr morgens nach Hause. Letztendlich geht es um Menschen und nicht um die Geräte.
Ich rate jedem: mache es dir auf dem Sofa bequem, öffne eine Flasche Wein, denke an das erste Verliebtsein, zelebriere den Abend und genieße das Leben und die Musik. Betrachte und fühle Musik als Genuss und Erlebnis.

Finden Sie ganz spontan Ausdrücke, die Ihnen wichtig sind im Zusammenhang mit la caccia.
Luxus. Lebensqualität. Stil. Emotion. Leidenschaft.

Wer selbst einmal hören möchte, ist herzlich eingeladen, einen persönlichen Termin mit Johannes Effertz-Wolff zu machen. Dann nimmt er sich ausschließlich Zeit für jeden. Das ist (fast) jederzeit und eben auch am Wochenende möglich.

Kontak:t
la caccia Hörkultur · Inh. A.-C. Effertz

Hachenburger Straße 16 · 57627 Gehlert
Tel.: 02662 9466894 · la-caccia-audio@gmx.de

Fotos und Interview: Doris Kohlhas

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