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Herbstküche

©stocksy · 367676

Anfang diesen Jahres – im späten Winter – haben wir uns von einigen wild wachsenden Birken im Garten getrennt.  Wenige Monate später hat ein Holunderbusch die Gelegenheit genutzt und sich an gleicher Stelle ausgebreitet. 

Meine erste Überlegung ging tatsächlich wieder in Richtung Säge, als ich das vorwitzige Grünzeug immer näher ans Gartenhaus rücken sah.  Dieser Gedanke dauerte aber nur so lange, bis mir das tolle Aroma von selbstgemachtem Holunderblütensirup in gut gekühltem Winzersekt wieder in den Sinn kam. An lauen Sommerabenden auf der Terrasse oder zum Sonntags-Brunch ein echter Genuss…

 Also durfte der Busch stehen bleiben und ich hatte das feste Ziel, seine Blüten rechtzeitig zu ernten und in einen leckeren Sirup zu verwandeln. 

Es blieb leider nur bei dem Vorhaben – die Blüten waren das Ziel wahrer Bienen- und Hummelschwärme und ich eher mit der biologischen Löwenzahnbekämpfung befasst als mit der Herstellung von Sirup. Jetzt trägt der Busch unzählige Dolden, der Löwenzahn hat gewonnen und ich plane die Herstellung von zig Gläsern Holundergelee. 

Was man neben Klassikern wie Holundersaft und Gelee aus den dunklen Dolden – oder auch Hagebutten anfangen kann, dazu hat Iris Franzen, Kräuterspezialistin par excellence jede Menge Ideen. Ihre Rezepte versprechen die Herbstküche in diesem Jahr besonders lecker werden zu lassen. 

Hagebuttensauce

250 g Hagebutten 
1 Apfel
Saft von zwei Orangen
1 Stück Ingwer (walnussgroß)
½ TL Zimt
2 EL brauner Zucker

Die Hagebutten halbieren und entkernen und Apfel und Ingwer fein reiben.Mit dem Orangensaft und den Gewürzen in einen Topf geben und 15 Minuten köcheln lassen.

Holunderbeersauce

250 ml Holundersaft
3 EL Weisswein
1 Apfel
½ TL Zimt
1 Prise Nelken
2 EL Zucker

Den Apfel in Spalten schneiden und mit den Gewürzen in Saft und Wein für 3-5 Minuten köcheln lassen.

Beide Saucen können, wenn sie noch zu flüssig sind, mit 1-2 TL Speisestärke gebunden werden. Ohne Äpfel und Zucker schmecken sie auch hevorragend zu Wildgerichten.

Holunderbeeressig

Zur Verwendung in winterlichen Salaten lassen sich leicht angestossene Hagebutten mit etwas Honig in Weissweinessig ansetzen.  Nach drei Wochen an einem warmen und hellen Ort (ab und zu schütteln) wird der goldfarbene Essig abgefiltert. Die Holunderbeeren werden in vielen Westerwälder Haushalten für das unverzichtbare Gelee entsaftet – zweigen Sie ein wenig Saft ab, mischen ihn mit Honig und verrühren Sie ihn noch heiss mit Rotweinessig oder dunklem Balsamico im Verhältnis von 30 zu 70% und Sie erhalten einen wunderbar aromatischen Holunderessig.

Hochprozentige Liköre

Auch zum Ansatz für Liköre sind beide Fruchtarten geeignet, die entkernten und halbierten Hagebutten entfalten ihr Aroma gut mit Vanille und weissem Kandis in Korn, Holunderbeeren werden mit Zimt, Nelken, Orangenschale und braunem Kandis in Rum angesetzt. Diese Ansätze sind auch ein Augenschmaus, lassen Sie sie in hellen Flaschen sechs Wochen auf der Fensterbank ziehen und freuen Sie sich auf den Genuss nach dem Abfiltern.

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