Gesundheit + Wellness

Haut & Haar im Stress?

Steht uns der Stress ins Gesicht geschrieben? Jucken, Brennen, Reizungen und Rötungen sind die offensichtlichen Anzeichen für eine „gestresste“ Haut.

 

Die Auslöser dieser Symptome sind hingegen weniger klar: Genetische Faktoren, Hormone, Stress, irritierende Chemikalien, Nahrungsmittel und sogar aggressive Peelings können den hochempfindlichen Zustand der Haut noch verstärken.  Auch die kalte Jahreszeit hinterlässt ihre Spuren, gerade jetzt ist sie besonders empfindlich und trocken.

Wichtig ist es zu unterscheiden: Empfindliche Haut ist genetisch bedingt, sensibilisierte Haut wird durch Umweltbelastungen, Stress und Chemikalien ausgelöst.

Die Zunahme einer sensibilisierten Haut ist ein Trend, den man seit Längerem in den Industrieländern beobachten kann. Dabei handelt es sich um kulturelle und verhaltensbedingte Einflüsse.  Die Folge von Reizungen, Rötungen und Brennen sind Entzündungen. Bei gleichzeitigem Verlust der Schutzbarriere leidet die Gesundheit der Haut und sie wird hochempfindlich. „ sensibilisierte Haut“  ist ein weiter Begriff. Daher ist es umso wichtiger die Ursachen genau zu unterscheiden.

Immunogene Entzündung

Diese Hautentzündungen werden durch das Immunsystem ausgelöst und von Fremdstoffen wie Pollen oder künstlichen Duftstoffen verursacht.

Neurogene Entzündung

Die Sensibilisierung oder Entzündung der Haut wird vom Nervensystem ausgelöst und kann die Folge von Umweltbelastungen, Chemikalien oder körperlichem und emotionalem Stress sein. Auch Die Hautkrankheit Rosazea ist die Folge einer neurogenen Entzündung.

Verlust der Schutzbarriere

Ist der häufigste Grund einer sensibilisierten Haut. Übermäßige Peeling Anwendungen, intensiver Einsatz von Wasser und Seife, ausgiebige Sonnenbäder und sogar psychischer Stress können die Schutzbarriere der Haut beeinträchtigen und so die Toleranz gegenüber potentiellen Stressfaktoren herabsetzen, was wiederum zu Sensibilisierung und Reizungen der Haut führt. Die Hautbarriere ist nicht mehr intakt, Fremdkörper können deshalb tief in die Haut gelangen und das Immunsystem herausfordern. Dadurch reagiert es deutlich heftiger als unter „normalen“ Umständen. Das Ergebnis: Man reagiert auf Stoffe mit Rötungen, die bei intakter Haut bestens vertragen werden. Dieser Zustand ist aber auch gefährlich, da sich das Immunsystem auf viele fremde Stoffe einstellen kann, denen es bei intakter Haut niemals begegnen würde. Allergien können die Folge sein.

Wird die Haut mit zu vielen und lipidhaltigen/wirkstoffreichen Produkten „ überpflegt“ kann eine sogenannte periorale Dermatitis, auch Stewardessen-Krankheit genannt, entstehen. Die natürliche Hautbarriere leidet und kann Feuchtigkeit nicht mehr richtig speichern. Die Haut ist nicht mehr in der Lage eigene Fette und Lipide herzustellen. Sie trocknet aus und reagiert gereizt. Der Hautausschlag mit kleinen roten Bläschen zeigt sich besonders  im Nasen, Mund-Kinn Bereich.

Bei einer empfindlichen/sensiblen Haut kommt es vor allem darauf an, die natürliche Schutzbarriere der Haut zu stärken und bei Bedarf zu erneuern, sodass Keime und andere Schädlinge nicht so leicht in die Oberfläche eindringen können. Alkalische Seifen und andere aggressive Reinigungsmittel greifen den Säureschutzmantel an und sind daher weniger geeignet.

Pflegeprodukte sollten nur wenige, dafür hochwertige Inhaltsstoffe enthalten, von denen keiner als möglicher Allergieauslöser bekannt ist. Auf Duft und Parfüm in Pflegeprodukten sollte am besten verzichtet werden. Wer Naturkosmetik verwenden möchte, sollte bei ätherischen Ölen aufpassen, denn sie dringen tief in die Haut ein und können damit Allergien auslösen, bzw. Hautirritationen hervorrufen. Vorsicht ist auch bei Fruchtsäuren geboten, sie können die Haut noch empfindlicher und  „ dünner“ machen. Gerade bei einer sensibilisierten Haut sollte täglich ein Sonnenschutz, ohne chemischen Lichtfilter, verwendet werden.  Besser: mineralischer Sonnenschutz mit Titanoxid, der sich wie ein Schutzfilm auf die Haut legt und die UV-Strahlung reflektiert.

Sabine Schäfer · schwesterherz.de