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Gin-Blending-Kurs: Gin ist in!

Gin-Blending-Kurs BIRKENHOF-BRENNEREI, Auswahl Botanicals ©RoeMo, Birkenhof-Brennerei

Seit einigen Jahren  erlebt Gin – eigentlich eine sehr klassische Spirituose – eine echte Renaissance. Bei einem Gin-Blending-Kurs auf dem Birkenhof kann man einen eigenen Gin kreieren.

Einfach einen Gin Tonic zu ordern, reicht heute in der Bar des Vertrauens nicht mehr aus. Der Barkeeper fragt ganz sicher nach: Welcher Gin, welches Tonic? Zeit also, sich mit dem Thema Gin etwas stärker auseinander zu setzen. Und wo ginge das besser als in der Destillerie, die sich so richtig gut damit auskennt und für Ihren Gin GENTLE 66 den Titel „Bester internationaler Gin“  der DLG gewonnen hat: in der BIRKENHOF-BRENNEREI in Nistertal. 

Hibiskusblüte, Koriander, Basilikum, Orangenzesten, Anissamen und Zimtrinde. Was sich auf den ersten Blick exotisch liest, ist nur ein kleiner Auszug aus den sogenannten Botanicals – Zutaten, mit denen man selbst im Rahmen des neuen Gin-Blending-Kurses auf dem Birkenhof seinen eigenen, individuellen Gin „blenden“ kann. 
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Botanicals – eine große Auswahl möglicher Zutaten

Genau diese Botanicals sind auch das Erste, was wir, die Teilnehmer des ersten Gin-Blendung-Kurses auf dem Birkenhof beim Betreten des neuen Besucherforum entdecken – eine ganze Armada von Gläschen mit Samen, Schalenstücken, getrockneten Blüten aus allen Winkeln der Welt. Auch frische Orangen, Kumquats, Gurke, Basilikum und eine Auswahl an hochprozentigen Destillaten stehen bereit.

Eine lockere Runde von ca. 15 Teilnehmern stellt sich an diesem Samstag dem Thema Gin. Manche echte Fans, manche Laien, manche – so wie ich – eher von der Whisky-Seite kommend und zwar neugierig, aber noch nicht ganz überzeugt, ob der englische Klassiker wirklich den Hype, der sich gerade um ihn abspielt, verdient. 

Steffi Klöckner, Geschäftsführerin der Destillerie und Sommelière, startet den Gin-Blending-Kurs mit einem Ausflug in die Geschichte.

Begonnen hat alles vor einem medizinischen Hintergrund. Der Mediziner Francois de la Boe entwickelte im 17 Jahrhundert in Holland auf Basis von Alkohol und Wacholderbeeren ein Medikament gegen Magenbeschwerden, genannt Genever (nach genévrier, franz. für Wacholder). Sein Produkt fand jedoch nicht nur im medizinischen Bereich großen Anklang, sondern war auch bald in Wirtshäusern äußerst beliebt. Durch den spanisch-holländischen Krieg fand der Genever den Weg auf die britischen Inseln und löste dort vor allem in armen Bevölkerungsschichten den „Gin Craze“ aus. Erst Mitte des 18 Jahrhunderts wurde dieser durch eine verschärfte Gesetzgebung eingedämmt.

Heute ist Gin aus der Barszene nicht wegzudenken. Ob als Gin-Tonic mit einem der unzähligen am Markt vertretenen Tonic Water oder im Cocktail, Gin ist definitiv in. 

Auf die Historie folgt das tatsächliche Blending des eigenen Gins.

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Stefanie Klöckner berät die Teilnehmer bei der Auswahl ihrer Botanicals

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Eine tolle Farbe! Die Hibiskus-Blüte sorgt für ein tiefes Lila-Rot

Jeder Teilnehmer definiert für sich selbst, in welche Richtung sein persönlicher Gin gehen soll. Da ich, wenn es um Whisky geht, gerne mit Rauch, Torf und Fassstärke konfrontiert werde, aber von intensiven Wacholder-Noten und Lakritz-Aromen nicht ganz  überzeugt bin, beschließe ich, einen floralen, leichten und fruchtigen Gin zu kreieren. Einen Gegensatz zu den Vorlieben der meisten Gin-Afficionados, da bin ich mir ziemlich sicher.
Meine Wahl fällt auf Hibiskusblüte, frische Orangenzesten, Curacao-Schale, Paradies-Samen und Orangenblüten. 

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Die ersten Tropfen des eigenen Gin-Destillats

Am Destilliergerät werden die ausgesuchten Botanicals mit Alkohol vermischt und destilliert. Meine Mischung hat auf jeden Fall eine tolle Farbe! Die Hibiskus-Blüten sorgen für einen tiefen Magenta-Ton, der aber natürlich in der Destillation nicht mit übertragen wird – das entstehende Destillat ist völlig klar.  

Danach geht es an ein abschließendes Blending – es wird probiert und getestet, hier und da noch  um ein paar Tropfen eines parallel von Azubi Steven Völkner angefertigtes London Dry Gin-Destillat ergänzt. Den Abschluss des Blending-Prozesses bildet ein Rechenexempel. Denn um das Destillat „maßstabsgetreu“ mit einem Basis-Gin zu mischen und dann in 500 ml-Flasche abfüllen zu können, müssen natürlich alle Bestandteile richtig bemessen werden. Als der Alkohol-Gehalt gemessen wird, zeigt das Gerät bei meinem Gin prompt knapp unter 50% an. Hochprozentig gehaltvoll! Und dann ist er fertig – mein eigener Gin! Komplett mit individuell beschriftetem Etikett.

Ganz begeistert von unseren eigenen Kreationen geht es nun an das Verkosten verschiedener Gins mit passenden Tonic Waters. Neben dem hauseigenen GENTLE 66 werden drei internationale Marken getestet und es entstehen ad hoc diverse Longdrink- und Cocktail-Rezepte an unserem Tisch. 

Fazit: Ein wirklich gelungener, interessanter Workshop und ein toller Ausflug in die Gin-Welt!

Fotos: Röder-Moldenhauer/Birkenhof-Brennerei

 

 

 

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