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Scharf? Gesund: Gewürze

Das feinherbe Aroma einer Curry-Gemüse-Pfanne lässt manchen ins Schwärmen geraten… Heute erscheint es selbstverständlich, Speisen mit der Vielfalt der Gewürze zu verfeinern. Doch das war nicht immer so. Lange Zeit waren die aromatischen Pflanzenstoffe ein wertvolleres Handelsgut als Gold.

Am bekanntesten für den reichlichen Einsatz verschiedenster Gewürze ist wohl die indische Küche. In der ayurvedische Medizin Indiens, die eng mit der Ernährung verknüpft ist, ist die Wirkung der Gewürze ein elementarer Bestandteil – aber nicht nur dort! Wir wissen: Koriander, Zimt, Kardamom oder Anis wurden im südlichen Europa schon in der Antike verwendet.

Professor Alois Jungbauer von der Uni Wien konnte nachweisen, dass  z.B. Chili  im Zellversuch stark antientzündlich wirkt. Das Capsaicin, der Scharfmacher der Chilischote,  war in der Hemmung des Entzündungsenzyms Cylooxygenase im Zellversuch genauso effektiv wie das synthetisch hergestellte Kortison. In weiteren Laborversuchen zur Entzündungshemmung zeigte sich Chili ebenso wie Piment, Petersilie, Lorbeer, schwarzer Pfeffer, Oregano, Muskatnuss, Paprika, Thymian und Salbei als wirksam. „Wenn Sie Speisen mit Kümmel, Chili, Koriander, schwarzem Pfeffer und Muskatnuss zu sich nehmen, haben Sie einen Cocktail, der ein Pan-PPAR-Aktivator ist“ erklärt Prof. Jungbauer. Das ist ein Schlüssel-Regulationsmechanismus der Entzündung.

Kümmel ist allen bekannt als Gewürz in Brot oder deftigen Kohl und Fleischgerichten. Die Inhaltsstoffe des Kümmels schützen vor Blähungen und Krämpfen und helfen, fette und schwere Speisen zu verdauen. Studien zeigten zudem, dass Kümmel, wie Pfefferminze übrigens auch, einen entspannenden Effekt auf die Gallenblase zeigt und die Durchgangszeit des Speisebreis im Dünndarm verringert.

Über Ingwer zeigen zahlreiche Studien (2010/Mathew), dass er gute Dienste leistet bei Übelkeit und Erbrechen. Hierbei war Ingwer ähnlich gut wirksam wie Dimenhydinat, das chemische Standardmittel bei Übelkeit, und vor allem sicher in der Anwendung in der Schwangerschaft. Der scharfaromatische Geschmack ist auf den hohen Gehalt an ätherischen Ölen zurückzuführen. Die wichtigsten sind die sogenannten Gingerole, die eine ähnliche chem. Struktur wie Aspirin aufweisen. Ingwer wirkt antithrombotisch, cholesterinsenkend und lt. einer Studie aus 2001 auch bei Rheuma antientzündlich.

Weniger bekannt bei uns ist der Kardamom. Medizinisch verwendet werden die Samen und das daraus gewonnene ätherische Öl. In den Handel kommen meist die ganzen Früchte als Malabar-Kardamom, da die Kapsel für die Samen eine Schutzfunktion besitzt. Zudem lässt sich die Droge dann auch von den minderwertigen Sorten wie Ceylon-Kardamom unterscheiden. Das ätherische Öl wirkt wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze und steigernd auf Magensaft- und Gallensekretion. Kardamom wird daher zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl angewandt. Angenehm und bekömmlich : 1 Prise auf 2 Teelöffel Kaffeepulver!

Marita Häbel

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