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Endlich ist es wieder da: Frisches Grünzeug

Iris Franzen ist Kräuterspezialistin (IHK) und Gärtnerin – in dieser Ausgabe erklärt sie, wie frische Kräuter, z.B. Bärlauch als schmackhaftes Grün mit vielen Vitaminen im Frühling helfen.

Nach einem langem Winter, der uns reichlich Schnee und dazu strahlende Sonnentage mit klirrender Kälte beschert hat, sehnen wir uns jetzt doch alle nach frischem Grün, oder? Halten Sie doch bei Ihrem nächsten Spaziergang Ausschau nach den schmackhaften grünen Vitaminbomben!

Bärlauch

Bärlauch @Iris Franzen

An sonnigen Plätzen kann man sogar im März schon frischen Löwenzahn oder kleine Brennnesselspitzen entdecken. Mein persönliches Frühjahrshighlight ist es, diese direkt vor Ort zu kosten und ich meine dann zu spüren, wie mich frische Energie durchströmt…

Gerne nehme ich noch eine Handvoll der zarten Blättchen mit nach Hause, verrühre sie – klein geschnitten – mit einem Päckchen Frischkäse, ein wenig Joghurt und etwas Salz und Pfeffer. Schon ist ein leckerer Brotaufstrich entstanden, den man im Sommer natürlich noch mit Tomaten belegen kann. Dann stehen uns auch wieder andere Kräuter zur Verfügung, aber die „jungen Wilden“ im Frühjahr sind ganz besonders wertvoll und gesund. Sie enthalten sehr viele Vitamine, Mineralstoffe, ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe, fördern den Stoffwechsel, helfen mit, den Körper zu entschlacken und wirken damit aktiv gegen die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit.

Im Sommer, wenn die Blätter dunkler werden, bilden sich Bitterstoffe. Deshalb sind die Frühlingskräuter auch am schmackhaftesten und eignen sich besonders gut roh für Salate, Brotaufstriche, Smoothies und Pesto. Die Brennnessel enthält viel Vitamin C, Eisen, Magnesium, Kalium, Kieselsäure und Eiweiß, wirkt entzündungshemmend und stark entwässernd. Mit Mango-Fruchtfleisch, Wasser und etwas Zitronensaft kann man die jungen Blätter zu einem Smoothie verarbeiten, der auch Kindern gut schmeckt. Junge Löwenzahnblätter sind ganz mild und lassen sich im Smoothie mit allen Obstsorten kombinieren. Versuchen Sie es einfach mit Banane, Kiwi und Kokoswasser!

Iris Franzen ©RoeMo

Iris Franzen, Kräuterexpertin (IHK)

Mein erstes Pesto im letzten Jahr war auch mit das Beste: eine Mischung aus frischen jungen Kräutern wie Giersch, Löwenzahn, Brennnessel, Labkraut – was gerade so zu finden war. Sehr frisch und geschmacksintensiv!

Auch ein klassisches Bärlauchpesto ist ein kulinarisches Highlight, und wer keinen Bärlauch findet, kann alternativ die Spitzen und Blüten der in unseren Wäldern reichlich vorkommenden Knoblauchrauke verwenden.

Eine Kräuterpaste, die lediglich aus Kräutern, Salz und Öl (ich nehme gerne neutrales Rapsöl, um den Geschmack der Kräuter nicht zu überlagern) besteht, ist länger haltbar als ein klassisches Pesto, das zusätzlich noch Käse, Nüsse oder Körner enthält. Sie lässt sich vielseitig weiterverarbeiten, beispielsweise in Kräuterbutter oder -Quark, in Suppen, als Brotaufstrich oder – wenn Gäste überraschend auf ein Glas Wein vorbei kommen – als Aufstrich auf Blätterteig, der eingerollt zu schnellen Kräuterhörnchen aufgebacken wird.

Frische Wildkräuter-Paste 
Eine Handvoll frische Kräuter zerkleinern.
Alles im Mixer mit ca. 3 EL kaltgepresstem Öl und 1 gestr. TL Salz fein pürieren (=Paste).

Für ein Pesto werden noch 30 g Kerne (Pinien oder Sonnenblumenkerne) kurz in der trockenen Pfanne angeröstet, und 30 g fein geriebener Hartkäse (Parmesan o. Pecorino) zugegeben.

Wer es mag, mixt noch eine Knoblauchzehe dazu. In saubere Schraubgläser füllen, mit Öl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren. 
Haltbarkeit ca. 3-4 Wochen.

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