Natur erleben

Ein Landspaziergang

…auf dem Westerwald-Steig. Von Nistertal nach Bad Marienberg auf dem Westerwald-Steig. Keine Weltreise für Hochleistungssportler sondern ein schöner Spaziergang für die ganze Familie. Besonders, wenn am Ziel frische Waffeln mit Sahne warten!

  Von der kleinen Kirche in Nistertal geht es durch frühlingskühlen Wald auf einem schmalen Pfad entlang der Nister. Die alt-ehrwürdige Eisenbahnbrücke der ehemaligen Bahnlinie von Bad Marienberg nach Fehl-Ritzhausen kann man schon schemenhaft zwischen den Bäumen erkennen. Wenn man erst einmal unter ihren riesigen Pfeilern steht,  fühlt man sich doch für kurze Zeit ziemlich winzig. Ungefähr 100 Meter nach der Brücke macht der Steig eine scharfe Linkskehre und führt durch Wald hinauf auf die Höhe der Brücke. Mit Vorsicht kann man den Ausblick von dort oben genießen – überqueren sollte man sie allerdings nicht und auch der Westerwald-Steig führt nicht darüber, sondern in Richtung Hardt weiter durch den Wald. Stellenweise kann man noch unterhalb des Weges alte Bahnschwellen entdecken und man erahnt den Verlauf der alten Gleise. Man folgt dem Lauf der Nister, bestaunt unterwegs die alten Kopfweiden und erreicht schließlich Langenbach, einen Ortsteil von Bad Marienberg. Über die Marienberger Straße und die Poststraße geht es weiter nach rechts in die Nistertalstraße zu einer Schutzhütte, die bei Regenwetter oder für ein kleines Päuschen ideal ist. Wären auf dem weiteren Verlauf nicht die Autos zu hören – in der Senke zwischen einigen Gewerbebetrieben und der Straße würde man sich wie im tiefsten, geheimnisvollen Wald fühlen, so idyllisch fließt die Schwarze Nister über Steine und zwischen umgestürzten Baumstämmen hindurch – ein echter Landspaziergang. (Die Schwarze Nister erhielt ihren Namen von einem Braunkohleflöz im Bachbett beim Dorf Nisterau; sie entspringt beim Kühfelderstein in 643 Meter Höhe zwischen Stegskopf und Salzburgerkopf, mündet bei Langenbach in die Nister). Jetzt ist es nicht mehr weit bis Bad Marienberg. Auf dem Gehweg leiten die ersten, weiß gepinselten Fußabdrücke zum nahen Barfußpfad im Kurpark und geben die Richtung für die letzten Meter der Tour vor. Vorbei an schönen geschieferten Westerwaldhäusern kommt man im Kurpark Bornwiese an und hier gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, den angestrengten Füßen zu wohliger Entspannung zu verhelfen. Der „Barfußweg der Sinne“ mit seinen 18 verschiedenen Belägen kann schon mal zur wahren Herausforderung für den Zivilisationsgeschädigten Fuß werden – tut aber herrlich gut! Direkt neben Holzbohlen, Kieselsteinen & Co. gibt es Abkühlung beim klassischen Wassertreten. Wer weder Abkühlung noch Fußmassage mag, setzt sich einfach auf die Baumelbank vor dem Apothekergarten und (tiefen)entspannt. Wen die würzigen Kräuterdüfte dort hineinlocken, kann über 100 verschiedene Arzneipflanzen auf dem  nach Vorbild eines klassischen Klostergartens angelegten Areal entdecken. Der Apothekergarten hat übrigens das ganze Jahr über geöffnet. Gleich hinter dem Kurpark beginnt die Altstadt und offiziell endet diese Westerwald-Steig-Etappe an der Touristinformation in der Wilhelmstraße 10. Hat man jedoch die erste „Fußmüdigkeit“ hinter sich gelassen, ruft die Bismarckstraße zum gemütlichen Shoppen und genießen. Dabei verlässt man nicht einmal den Westerwald-Steig, denn er führt quer durch die Stadt. Den Feinschmecker unter den Wanderern zieht es zu den versprochenen Waffeln, Kuchen und Torten im Café Wäller. Wer es zünftig mag, kehrt im Gasthof Seelmann ein – hier gibt es leckere Schnitzel und einen tollen Salatteller.